Damit Ihr einen Eindruck bekommt, welche Tierarten die Flächen unseres Hummelprojektes besuchen, stellen wir in unregelmäßiger Reihenfolge die Gäste auf unseren Flächen vor. Die Bestimmung der Tiere erfolgte durch die App von Observation.org (Link: https://observation.org/). Die Bestimmung der Arten kann manchmal ungenau oder fehlerhaft sein, bei fehlerhaften Angaben korrigieren wir diese gerne.
Der Trauer-Rosenkäfer (Oxythyrea funesta) hielt sich ebenfalls am 7.6. 2026 auf unserer Fläche am Eidechsenhügel auf.

Neuer Gast in unserer Region: Der Trauer – Rosenkäfer
Der Trauer-Rosenkäfer gehört zur Unterfamilie der Rosenkäfer. Bekannt in dieser Unterfamilie sind vor allem die grünlich – golden glänzenden Rosenkäfer, die oft an Blüten zu finden sind. Der Trauer-Rosenkäfer ist aber eher schwarz gefärbt und etwas kleiner als die grünen Arten dieser Unterfamilie. Die Käfer ernähren sich von Blütenpollen, die Larven von Pflanzenwurzeln.
Der Trauer-Rosenkäfer war ursprünglich in unserer Region sehr selten und trat eher in wärmeren Gegenden auf. Seit Mitte der 1990er Jahre hat sich im Zuge des Klimawandels das Verbreitungsgebiet in Mitteleuropa rasant erweitert. Mittlerweile ist diese Art in der südlichen Hälfte Deutschlands weit verbreitet und dringt weiter nach Norden vor.
Ein im Sinne des Hummelprojektes eher ungebetener Gast war die Gemeine Breitstirn – Blasenkopffliege (Sicus ferrugineus).

Die Gemeine Breitstirn – Blasenkopffliege bei der Paarung
Diese Art gehört zu den Zweiflüglern (Diptera). Diese Insektenordnung hat nur zwei funktionsfähige Flügel ausgebildet. Unsere verschiedenen Fliegenarten gehören in diese Gruppe, von der es in Mitteleuropa über 9.500 Arten gibt.
Die Gemeine Breitstirn – Blasenkopffliege taucht von Mai bis September auf. Nach der Paarung (wie im Bild zu sehen) stürzt sich das Weibchen im Flug auf eine Hummel – Arbeiterin und legt mit ihrem Legestachel ein Ei in den Hinterleib der Hummel. Die Larve entwickelt sich als Parasit in der Hummel. Das Auftauchen dieser speziellen Fliegenart am Eidechsenhügel zeigt, dass es sich lohnt, hier nach Hummeln Ausschau zu halten.
Auch Hummeln schauten am 7. 6. 2026 am Eidechsenhügel vorbei, zum Beispiel die Ackerhummel Bombus pascuorum).

Eine Ackerhummel bedient sich an einer der vielen Blüten auf dem Eidechsenhügel.
Die Ackerhummel ist sehr anpassungsfähig und taucht als Kulturfolger in einer Vielzahl von Lebensräumen wie zum Beispiel Wiesen, Brachland oder Wegränder auf. Die Nester werden ober- oder unterirdisch angelegt. Aus Wachs werden durch die Königin Näpfe mit Nektar und Pollen als Nahrungsvorrat gefertigt und Eier abgelegt. Die nach etwa zwei Wochen schlüpfenden Tiere übernehmen den weiteren Nestbau und die Brutpflege. Die Königin bleibt im Nest und widmet sich allein der Eiproduktion. Ab August schlüpfen die ersten voll entwickelten Weibchen und Drohnen aus den nicht befruchteten Eiern. Die Nester können 60 bis 150 Tiere umfassen. Im Herbst überleben nur die zuletzt geschlüpften Weibchen, paaren sich mit Männchen und begeben sich an einen geschützten Platz zur Überwinterung.
Was aus der Ferne aussieht wie eine Fliege, hat eine spezielle Flügelzeichnung: Der Zickzacklinien-Trauerschweber.

Mit zackigen Linien auf dem Flügel unverkennbar: Der Zickzacklinien-Trauerschweber
Der Zickzacklinien-Trauerschweber (Hemipenthes morio) ist durch seine Zeichnung auf den Flügeln gut zu erkennen. Die Raupen dieser Art ernähren sich von den Raupen von Schmarotzerfliegen, die sich wiederum schon von Schmetterlingsraupen ernährt haben. Bei diesem Insekt handelt es sich um eine Fliege aus der Familie der Wollschweber. Diese Art lebt an Waldrändern oder in Parks und Gärten.
Am Sonntag, den 7.6.2026 suchten trotz kühlen und teilweise bewölkten Wetters zahlreiche Insekten die Fläche am Eidechsenhügel auf. Die erfassten Arten werden hier nach und nach beschrieben.
Am auffälligsten war das Erscheinen der Blauschwarzen Holzbiene (Xylocopa violacea), die kurzzeitig die Fläche am Eidechsenhügel aufsuchte. Durch ihre Größe und ihre Blauschwarz schimmernden Flügel ist dieses Insekt eine auffällige Erscheinung.

Die große Blauschwarze Honigbiene (Xylocopa violacea) auf Nektarsuche
Die Blauschwarze Holzbiene kam früher nur selten in wärmeren Gegenden vor. Daher wurde sie auch als gefährdete Art eingestuft. Durch den Klimawandel bedingt, taucht die Holzbiene nun häufiger bei uns auf. Die Weibchen nagen Hohlräume in Totholz und legen dort ihre Eier ab. Die Entwicklungszeit vom Ei bis zum fertig ausgewachsenen Tier beträgt etwa 10 Wochen.
Der Gemeiner Bienenkäfer (Trichodes apiarius) wurde durch die Blüten der auf dem Gelände angepflanzten Zistrosen angelockt.

Ein Gemeiner Bienenkäfer (Trichodes apiarius) wartet in einer Zistrosen-Blüte auf Beute
Dieser Käfer ist auffällig rot-schwarz gemustert. Er kommt in ganz Mitteleuropa vor, ist aber in Nord- und Ostdeutschland selten geworden. Die Larven dieser Käfer leben räuberisch von Wildbienen. Dabei dringen sie in die Brutzellen der Bienen ein und verzehren deren Inhalt als Nahrung. Wegen dieser räuberischen Lebensweise wird dieser Käfer auch Bienenwolf genannt. Die Entwicklung vom Ei bis zum fertigen Insekt dauert zwischen 3 und 5 Jahren. Auch der ausgewachsene Käfer lebt räuberisch: Er hält sich im Juni und Juli auf Blüten verschiedener Pflanzenarten auf und jagt hier andere Insekten, welche die Blüten besuchen.
Am Samstag, den 23. Mai 2026 war auf den Flächen unser zweiter Aktionstag, auf dem sich auch die eine oder andere Insektenart bei uns eingefunden hatte.
So wurden die Blüten unserer Schnittlauch-Pflanzen auf dem Gelände von einer Hummelart, wahrscheinlich die Steinhummel (Bombus lapidarius), besucht.
Vielleicht haben diese Tiere den Steinhaufen des Eidechsenhügels entdeckt, denn die Steinhummel legt öfters ihre Nester unter Steinen oder Mauern an. Diese Art bildet einen Staat aus 100 bis 300 Arbeiterinnen. Die Steinhummel bevorzugt den Nektar von verschiedenen Kleearten und Taubnesseln und ist in ganz Europa bis zum Polarkreis verbreitet.
Auf der Blüte des gepflanzten Sonnenröschens fand sich die Rote Ehrenpreis-Sandbiene (Andrena labiata) ein.
Die rote Färbung von Teilen des Hinterleibs ist charakteristisch für die Art. Diese Sandbiene ist in ganz Europa zu Hause und fehlt nur in Norddeutschland. Neben Streuobstwiesen gehören auch Gärten und Parks zu den Lebensräumen dieser Art. Diese Sandbiene gräbt sich ihre Nester in die Erde und überwintert in ihrem Nest auch als fertiges Insekt.
Beitrag und Bilder von Bernhard Bauske





