post-title Zum Niederknien – Grüne Fugen in Hanau

Zum Niederknien – Grüne Fugen in Hanau

Zum Niederknien – Grüne Fugen in Hanau

Am Mittwoch, 20.5.26, knieten spätnachmittags 12 Freunde des Pflastergrüns bei der 1. Hanauer Krautschau am Grimm-Denkmal nieder und untersuchten das Grün. Eine Passantin fand das interessant und schloss sich spontan für eine Stunde an.

Die Teilnehmenden staunten nicht schlecht, was sie alles fanden – die kleinen Pflanzen in den Fugen wurden bestimmt und mit Kreide umrandet und mit Namen beschriftet. Es war die bundesweite Woche der Krautschauen, vom Senckenberg-Institut ins Leben gerufen.

Insgesamt kamen auf dem kurzen Weg bis zur Wallonisch-Niederländischen Kirche 30 verschiedene Arten von Kräutern zusammen, die landläufig gerne „Unkräuter“ genannt werden.

 

Ganz schön viel städtische Artenvielfalt !

Die Liste enthält bekannte und völlig unbekannte Pflanzen, von  Löwenzahn und Vogelmiere bis zu Hirtentäschel und Ackerschmalwand.

Aber die Plätze der Innenstadt rund um den Marktplatz sind ziemlich frei von allen Kräutern –   da fragt man sich: wie bekommt die Stadt Hanau das hin? Laut Homepage verzichtet die Stadt Hanau seit 2018 auf den Einsatz von Herbiziden wie Glyphosat zur Unkrautentfernung. Seitdem wird mit verschiedenen chemiefreien Alternativen gearbeitet. Chemieefrei? Bei der Krautschau tauchte die Frage auf, ob es nicht billiger und angesichts der Klimaerwärmung sinnvoller und kühlender wäre, die Kräuter  wachsen zu lassen.

Wie nützen diese Kräuter uns?

Grüne Fugen nehmen Oberflächenwasser auf, sie erhöhen Versickerung und binden Staub. Sie tragen an heißen Sommertagen beträchtlich zur Kühlung der versiegelten Flächen bei  und erhöhen die Festigkeit von Kopfsteinpflaster. Wissenschaftler in Santiago de Compostela haben gemessen, dass ein „mit Unkräutern begrünter“ Platz am Boden bis 28 ° und in 1,80 m Höhe noch 2-3° kühler ist als die versiegelte Fläche daneben.

Der Stadtplaner Angel Panera dort zog die Bilanz: „Lange Zeit wurden die »sauberen« Steinfugen mit Wohlstand und kulturellem Fortschritt gleichgesetzt. »Wenn wir uns von der Vorstellung befreien, dass eine Mauer schmutzig oder verwahrlost aussieht, wenn Moos oder Blümchen auf ihr wachsen und die Bienen kommen, dann fangen wir an, diese Landschaft auf eine andere Art zu interpretieren«, sagt Panero. Für ihn ist klar: Im Kampf gegen den Klimawandel werden wir immer stärker alle Möglichkeiten nutzen müssen, die es gibt – und sei es die Power der Superkräuter gegen den Hitzestress.“

Nachgelesen werden kann das unter diesem Link:

https://www.spektrum.de/news/bewachsene-fugen-superunkraeuter-gegen-hitzestress/2142636

Das ist doch eine Diskussion wert!

 

Text von Angelika Cipa

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