post-title Gemeinschaftliche Wohnprojekte in Hanau, 2. Treffen

Gemeinschaftliche Wohnprojekte in Hanau, 2. Treffen

Gemeinschaftliche Wohnprojekte in Hanau, 2. Treffen

Mehrere Hände die übereinander liegen.

Am 08. Juli trafen sich ca. 20 Personen mit dem Ziel, gemeinschaftliches Wohnen in Hanau voran zu bringen. Eingeladen zu diesem Austausch hatten Annika und Nina von der „Initiative Gemeinschaftliches Wohnen Hanau“. Das Treffen knüpfte an die erste Veranstaltung dieser Art im Februar an  und setzte den Fokus auf das Thema „Wie stellt sich jeder Einzelne gemeinschaftliches Wohnen vor“, mit dem Ziel, vielleicht sogar Gleichgesinnte zu treffen.

Gestartet wurde mit organisatorischen Punkten (Emailverteiler aktualisieren, Wunsch nach Signal-Gruppe) und einer kurzen Vorstellungsrunde. Weiterhin wurde mitgeteilt, dass die Initiative einen Nachhaltigkeitspreis von 3.000 € gewonnen hat. Somit stehen bereits genug finanzielle Mittel, z.B. für die Einladung eines Referenten, zur Verfügung.

Zum thematischen Einstieg wurde ein Fragebogen zur Selbsteinschätzung (Quelle: Netzwerk für gemeinschaftliches Wohnen in Frankfurt) verteilt, mit dessen Hilfe sich jeder Einzelne ein paar Gedanken zu seinen Wünschen und Vorstellungen machen konnte. Anschließend kam es zu einem lebhaften Austausch. Festzuhalten sind folgende Wünsche, die mehrfach genannt wurden:

  • ein Rückzugsort, entweder in Form eines eigenen Zimmers, gerne mit eigenem Bad, oder einer eigenen kleinen Wohnung
  • eine stadtnahe Lage mit Zugang zur Natur (z.B. Garten, Park, Wald), gute Erreichbarkeit mit ÖPNV
  • Räume für Treffen und gemeinschaftliche Aktivitäten, gemeinsames Essen
  • überwiegend Mehrgenerationenwohnen, aber auch homogene Altersstruktur
  • Verkleinerung der jetzigen Wohnfläche (z.B. von Haus in Wohnung)
  • Offenheit, auch nach außen
  • Vielfalt, gute Kommunikation, Toleranz, Lebendigkeit
  • Tiere sollten erlaubt sein

Darüber hinaus stellten sich folgende Fragen bzw. ergaben sich neue Ideen:

  • Wie schaffen wir es, auch jüngere Menschen zu erreichen? (zur Info: der Altersdurchschnitt der Anwesenden lag bei > 60 Jahren, mit Ausnahme der beiden Organisatorinnen)
  • Wie können wir eine größtmögliche Vielfalt erreichen, z.B. Menschen mit Behinderung integrieren?
  • Als Alternative zu einem Umzug in ein gemeinschaftliches Wohnprojekt: In der jetzigen Wohnung bleiben und sich um mehr Gemeinschaft in der Nachbarschaft kümmern.

Es wurde auch schnell klar, dass es wichtig ist, die Stadt Hanau einzubinden, z.B. damit

  • leerstehende Wohnungen/Gebäuden, die der Stadt gehören, bevorzugt an Gemeinschaftsprojekte vergeben werden
  • Haushaltsüberschüsse auch in gemeinschaftliches Wohnen investiert werden
  • Gemeinschafträume kosten-/mietfrei angeboten werden
  • ein Umdenken erfolgen kann: Vergabe von Wohnraum an das Projekt mit der besten Idee und nicht an den Investor mit dem höchsten Preis (Stichworte: Konzeptverfahren und „wie soll unsere Stadt in ein paar Jahren aussehen?“). Möglicherweise könnte dieses Umdenken in Folge auch bei privaten Immobilienverkäufern erfolgen.

Der Mehrwert durch diese Maßnahmen wären für Hanau nicht nur zufriedene, engagierte Bürger, sondern auch eine positive Darstellung nach außen und somit ein Image-gewinn.

Weiterhin ist es wichtig, die Idee des gemeinschaftlichen Wohnens in eine breite Öffentlichkeit zu bringen, z.B. durch Gespräche im Bekanntenkreis, durch Info-veranstaltungen usw.

Zum Abschluss wurde noch mit Hilfe einer Aktivität verdeutlich, wo jeder Einzelne in Bezug auf Wohnen im Moment steht bzw. wo er gerne hinmöchte. Dazu wurde ein Seil auf den Boden gelegt, dessen Enden jeweils 0% bzw. 100% symbolisierten. Jeder Einzelne sollte sich dort positionieren, wo er sich zurzeit sieht, wenn es z.B. um die Frage geht

  • wieviel eigener Wohnraum gewünscht ist
  • wieviel Eigenleistung eingebracht werden kann
  • ob eine Altershomogenität gewünscht ist
  • wieviel Verantwortung er übernehmen möchte

Diese Visualisierung war sehr hilfreich dabei, sich selbst und die anderen Interessenten einzuschätzen.

Und so geht’s weiter:

  • Die aktuelle Gruppe trifft sich nochmals zeitnah (voraussichtlich im August) mit dem Ziel, dass sich bereits kleine Gruppen mit ähnlichen Vorstellungen zusammenfinden.
  • Am 16.09.2026 findet von 18 bis 20 Uhr eine weitere Veranstaltung im Ajoki statt, zu der alle Interessierten – gerne auch neue – eingeladen sind.
Fazit:

Es tut sich was in Hanau in Bezug auf gemeinschaftliches Wohnen und es bleibt spannend…

Artikel von Monika Matz

 

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