post-title Warum Insekten wichtig sind

Warum Insekten wichtig sind

Warum Insekten wichtig sind

Schwarzweißer Schmetterling auf lilaner Pflanze

Auf unserem Planeten existieren geschätzt etwa bis zu 10 Millionen verschiedene Insektenarten, in Deutschland mehr als 33.300. Mit gut 70 Prozent aller Tierarten weltweit handelt es sich bei den Insekten um die artenreichste Gruppe aller Lebewesen. Jede einzelne Art übernimmt eine spezielle Rolle im Ökosystem: Insekten bestäuben Blüten, helfen bei der Zersetzung von Holz und Blättern oder helfen bei der biologischen Schädlingsbekämpfung. 

Daher spielen Insekten für uns auch eine wichtige wirtschaftliche Rolle. Etwa 75 Prozent der wichtigsten Nahrungspflanzen sind von Bestäubung abhängig, die zumeist von den Insekten geleistet wird. Der ökonomische Wert der Bestäubung für die Landwirtschaft wird weltweit auf 200 Milliarden US Dollar pro Jahr geschätzt.

Neben der immensen Bedeutung für Ökosysteme und Wirtschaft sind viele Insekten wie bunte Schmetterlinge und Käfer in großer Formenvielfalt auch eine farbenfrohe Bereicherung unserer Landschaft und Gärten.

Obwohl Insekten für uns eine so große Bedeutung besitzen, gehen die Bestände deutlich zurück. Beispielsweise zeigen Untersuchungen in Deutschland einen dramatischen Rückgang von Schmetterlingen seit den 1950er Jahren. Auch eine Untersuchung der Universität Krefeld dokumentiert einen drastischen Rückgang. Die Menge der Insekten ist seit 1989 um über 70 Prozent zurückgegangen

Ursachen dieses dramatischen Rückgangs sind die Zerstörungen von Lebensräumen, intensive Landwirtschaft und der Klimawandel. Bei der intensiven Landwirtschaft sind es Pestizideinsatz, Überdüngung und die Bewirtschaftungsmethoden. So sorgt das häufige Mähen von Wiesen und Randstreifen dafür, dass beispielsweise das Kinzigtal für Hummeln als „blütenarmer“ Lebensraum gilt.

Damit Hummeln, Bienen und Schmetterlinge überleben können, brauchen sie Flächen, auf denen sie Nahrung bekommen und sich fortpflanzen können. Wichtig für Insekten sind Blütennektar und Pollen, aber auch Blätter von Pflanzen oder totes Holz.  Im Laufe der Evolution sind enge Partnerschaften zwischen Insekten und einzelnen Pflanzenarten entstanden. Daher sind einzelne Insektenarten oft auf spezielle Pflanzen angewiesen und passen zusammen wie Schlüssel und Schloss. So bietet beispielsweise der Wasserdost (Eupatorium cannabium) Nahrung und Lebensraum für 72 Wildbienenarten und 32 Schmetterlingen. Von den Wildbienenarten sind 11 Arten auf den Wasserdost zwingend angewiesen.

Vielerorts werden noch exotische Pflanzenarten, die oft in anderen Erdteilen heimisch sind oder gezüchtete Zierpflanzen für die Gartengestaltung verwendet. Mit exotischen Pflanzenarten können viele heimische Insekten aber nichts anfangen. Zuchtsorten haben oft „gefüllte“ Blüten, bei denen durch Züchtung die pollenliefernden Staubblätter in Blütenblätter umgewandelt worden sind. Untersuchungen in Darmstadt zeigten, dass von den Insekten, die sich von Pollen und Nektar ernähren, nur zu 9 Prozent die Blüten von Exoten, 23 Prozent Blüten von Zierstauden, aber zu 67 Prozent die Blüten von Wildstauden besuchten.

Daher ist es besonders wichtig, dass zur Unterstützung der Insekten nur heimische Pflanzen gepflanzt werden, die an unsere Region angepasst sind. 

Wichtig für Insekten und andere Tiere sind aber auch sonnenbeschienene Mauern oder totes Holz. So ist der überwiegende Anteil unserer 1.000 Wespen- und Bienenarten auf Totholz angewiesen. Rund 25 Prozent aller in Deutschland lebenden Käferarten leben am Holz.

Die Insekten, Vögel und andere Tierarten brauchen unsere Unterstützung. Von heimischen Pflanzen auf dem Balkon oder im Staudenbeet bis hin zum blütenreichen Naturgarten – jeder Quadratmeter zählt. Es können Blumenwiesen angelegt, Sträucher gepflanzt oder Staudenbeete gestaltet werden. Mauern, Steinhügel oder Totholz bieten weitere Lebensräume an, die auf dem Land und in Siedlungen oftmals schon verschwunden sind.

Jeder kann also unseren Insekten helfen. Konkrete Tipps, zum Beispiel wo heimischen Pflanzen zu bekommen sind, wie ein Naturgarten gestaltet wird und mit welchen Maßnahmen Insekten unterstützt werden können, findet ihr bald hier auf unserer Webseite.

Mit unserem Hummelprojekt im Lindenaupark Großauheim, sind wir bereits aktiv dabei, einen verbesserten Lebensraum für die heimischen Hummeln zu schaffen.  Im Frühjahr planen wir bereits für den Sonntag, 19.4.26 und den Samstag, den 23.5.26 weitere Mitmach-Aktionen. Wenn du Zeit und Lust hast, kannst du dich bereits jetzt bei uns melden unter hummel@menschen-in-hanau.eu.

Artikel und Bilder von ⁨Bernhard Bauske⁩

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