post-title Nimm Platz für Vielfalt: Unsere erste Bank gegen Ausgrenzung steht jetzt im Licht und Luftbad Hanau

Nimm Platz für Vielfalt: Unsere erste Bank gegen Ausgrenzung steht jetzt im Licht und Luftbad Hanau

Nimm Platz für Vielfalt: Unsere erste Bank gegen Ausgrenzung steht jetzt im Licht und Luftbad Hanau

Nimm Platz für Vielfalt: Unsere erste Bank gegen Ausgrenzung steht jetzt im Licht und Luftbad Hanau

Am 10. September haben wir uns im Licht- und Luftbad Hanau getroffen – zum Internationalen Beetgeflüster und zur Einweihung unserer ersten Bank gegen Ausgrenzung. Gekommen sind Menschen mit grünem Daumen, Menschen ohne, Nachbar:innen, Projektpartner:innen und alle, die einfach neugierig waren. Genau so, wie wir uns das vorgestellt hatten.

Ein Abend über das Gärtnern, heimische Pflanzen und ganz viel Vielfalt

Bernhard vom Hummelprojekt hat den Abend eröffnet und über die Arbeiten des Projekts berichtet. Denn neben den angelegten Blühflächen, dem Eidechsenhügel und Sandarium im Lindenaupark, gibt es jetzt eine zweite Fläche direkt im Licht und Luftbad selbst. Es freut uns, das diese besondere Kooperation Zustande gekommen ist, denn es bedeutet noch mehr lebensrettende Nahrung für die heimischen Insekten. Die anwesende Gruppe fand das Thema sehr spannend und es entwickelte sich eine lebhafte Diskussion um die Frage, wie es in Hanau zu noch mehr solcher Flächen kommen kann. Denn von der Entsiegelung von betonierten Flächen, der Zusammenarbeit mit verschiedenen Ämtern, hin zu der Notwendigkeit der laufenden Unterhaltung durch Firmen oder Ehrenamt in Verbindung mit Hauptamt – gibt es viel zu bedenken. Allgemein war der Konsens der Gruppe, dass in Zukunft mehr getan werden muss, um innerstädtisch für mehr Grün zu sorgen – sowohl für Mensch als auch Natur.

Besonders schön war: Ein Teilnehmer aus unserem Chancenpatenschaften-Projekt hat als nächstes von seinem großen Garten hier in Deutschland erzählt – von dem was wächst, was es für ihn bedeutet und welche Unterschiede zum Gärtnern in Syrien es gibt. Ein interessanter Fakt, den man schnell vergisst, ist nämlich, dass über die Jahrhunderte nicht nur Menschen wandern und ein neues Zuhause finden, sondern auch mit ihnen Nahrungsmittel und Methoden, die Erde zu kultivieren.

So sind kaum Lebensmittel, die wir als „typisch deutsch“ bezeichnen ursprünglich aus Deutschland stammend. Einige Beispiele:

  • Kartoffel – aus den Anden (Peru/Bolivien)
  • Tomate – aus Südamerika; hieß hier lange „Liebesapfel“, in Österreich bis heute „Paradeiser“. Name ursprünglich aus Aztekensprache:xītomatl
  • Kürbis, Mais, Bohne – Mittelamerika; oft dort seit Jahrhunderten als „Drei Schwestern“ angepflanzt
  • Möhre – Afghanistan, ursprünglich violett, gelb oder weiß; orange wurde sie erst durch niederländische Züchtung
  • Gurke – Nordindien, Ausläufer des Himalaya
  • Rhabarber – Himalaya und China, kam als Heilmittel über die Seidenstraße
  • Kohl, Kirsche, Wein, Spargel – Mittelmeerraum, von den Römern über die Alpen gebracht

Wirklich heimisch sind dagegen Holunder, Schlehe, Hagebutte, Haselnuss, Brombeere, Bärlauch und Brennnessel.

Das zeigt deutlich, dass das was war wir als heimisch oder typisch für eine Region oder ein Land wahrnehmen, ist oftmals auch nur ein Produkt von Zeit, Gewohnheit und sich daraus ergebender Identität.

Die Bank „Nimm Platz für Vielfalt“

Umso mehr hat es uns gefreut, als Höhepunkt die Bank für Vielfalt einzuweihen, die genau diese Vielfalt sichtbar zelebrieren soll, für die wir wir als Verein auch stehen. Sei es im Bezug auf uns Menschen in unseren Gemeinsamkeiten und Unterschieden oder im Bezug auf die Vielseitigkeit der Pflanzen und Tierwelt. Wir glauben: Vielseitigkeit ist bereichernd und macht uns gemeinsam stärker!

Auf den ersten Blick wirkt die Bank recht gewöhnlich – doch unter dem rechten Teil der Lehne fehlt die Sitzfläche. Wer sich dorthin setzen möchte, findet keinen Platz. Genau das ist der Punkt – es gibt keinen Platz für Ausgrenzung.

Die Idee stammt von der Lebenshilfe Heinsberg, gefertigt wird die Bank in der Schreinerei der DeinWerk gGmbH. Bundesweit stehen bereits über 1.000 davon. Unsere trägt das Motto „Nimm Platz für Vielfalt“ – und steht nun dauerhaft im Licht- und Luftbad.

Weitere Bänke gemeinsam mit unseren Projektpartnern.

Die Bank ist Teil unseres Programms zu den Interkulturellen Wochen, das wir zusammen mit der Evangelischen Stadtkirchengemeinde Hanau, der Katholischen Citypastoral Hanau und dem Forum Bildung und Gesellschaft der EKKW gestalten. Dass unsere Projektpartner:innen der Kirchen an dem Abend vor Ort waren, hat uns besonders gefreut.

Am 27. September werden an der AJOKI die Bänke der Kirchen eingeweiht – unter dem Motto „Nimm Platz für Menschenwürde“. Schaut auch dort gerne vorbei!

So kannst du mitmachen

Wir möchten in den nächsten Jahren viele weitere Bänke nach Hanau bringen. Dafür brauchen wir gute Orte, Partner:innen und Menschen, die anpacken:

  • Du kennst den perfekten Platz für eine Bank? Vor dem Vereinsheim, auf dem Schulhof, im Park um die Ecke – schreib uns.
  • Du möchtest eine Bank sponsern oder als Einrichtung eine eigene aufstellen? Wir begleiten euch von der Bestellung bis zur Einweihung.
  • Du willst im Grünen mitgärtnern? Das Hummelprojekt sucht laufend Grünpat:innen fürs Pflanzen, Gießen und Pflegen. hummeln@menschen-in-hanau.eu

Danke an alle, die dabei waren, mitgegärtnert, erzählt und zugehört haben. Und danke an alle, die jetzt Platz nehmen. 🌻

Schickt uns gerne Bilder von euch auf der Bank oder markiert uns auf Instagram. (info@menschen-in-hanau.eu / insta: @menscheninhanau)

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