Wusstest du, dass zur Herstellung einer einzigen 1-Liter-Plastikflasche rund drei Liter Wasser benötigt werden – also mehr, als die Flasche später überhaupt enthält? Die wenigsten machen sich darüber Gedanken. Ich selbst war ehrlich gesagt überrascht, als ich davon erfuhr.
Die unsichtbaren Kosten einer PET-Flasche
Die Produktion einer PET-Einwegflasche verschlingt erhebliche Ressourcen:
- Wasser: etwa 3 Liter pro Flasche
- Rohöl: rund 100–150 Milliliter – das entspricht einem kleinen Becher Benzin
- Energie: etwa 0,25 Kilowattstunden Strom für Herstellung, Abfüllung und Transport
- CO₂-Ausstoß: im Schnitt rund 100 Gramm CO₂ – ein ganzer Kasten Wasser verursacht so über 2 Kilogramm Treibhausgase
Und nach dem Gebrauch beginnt das eigentliche Problem: Die wenigsten Flaschen werden recycelt. Rund 90 Prozent vom Plastikmüll landet irgendwann in den Ozeanen oder auf Müllbergen, wo sie über Jahrhunderte in Mikro- und Nanoplastik zerfallen. Selbst das Verbrennen ist keine Lösung – der Kunststoff verschwindet nicht, sondern gelangt in Form winziger Partikel in die Luft.
Alarmierende Forschungsergebnisse
Eine aktuelle Untersuchung der Columbia University (USA), veröffentlicht im Fachjournal PNAS, zeigt, wie groß das Problem tatsächlich ist: In handelsüblichem Flaschenwasser fanden Forschende durchschnittlich 240.000 winzige Plastikpartikel pro Liter – ein Vielfaches früherer Schätzungen.
Etwa 90 Prozent dieser Partikel waren Nanoplastik (kleiner als 1 µm), die übrigen 10 Prozent Mikroplastik. Der Großteil bestand aus PET, also demselben Material, aus dem die Flaschen hergestellt werden. Weitere Kunststoffrückstände stammen aus Verschlüssen oder aus dem Abfüllprozess.
Diese Partikel entstehen durch Alterung, Abrieb oder Temperaturschwankungen und können in den menschlichen Körper gelangen. Besonders Nanoplastik gilt als kritisch, da es biologische Barrieren überwinden kann – etwa die Darmwand oder das Lungengewebe – und so in Blut, Leber oder Gehirn vordringen könnte.
Zudem binden die winzigen Teilchen Schadstoffe wie Weichmacher oder Pestizide, die dadurch ebenfalls in den Körper gelangen. Tierversuche zeigen bereits mögliche Folgen: Entzündungen, Zellschäden und sogar Gedächtnisprobleme bei Mäusen, die mikroplastikbelastetes Wasser tranken. Fachleute fordern deshalb weitere Forschung – und empfehlen, die Aufnahme solcher Partikel vorsorglich zu reduzieren.
Was wir selbst tun können
Es gibt einfache Wege, das eigene Risiko zu verringern und gleichzeitig die Umwelt zu entlasten:
- Leitungswasser trinken: In Deutschland ist es eines der bestkontrollierten Lebensmittel – oft sauberer als abgefülltes Wasser.
- Glas oder Edelstahl verwenden: Wiederverwendbare Flaschen setzen keine Plastikpartikel frei.
- Plastikflaschen kühl lagern: Hitze fördert die Freisetzung chemischer Zusatzstoffe.
- Einweg vermeiden: Mehrweg- oder Edelstahlflaschen sind langfristig nachhaltiger.
Leitungswasser: sauber, sicher und günstig
Viele glauben noch immer, Mineralwasser sei reiner oder gesünder als Leitungswasser. Doch das stimmt längst nicht mehr. Bereits 2016 stellte die Stiftung Warentest fest:
„Leitungswasser ist so gesund wie Flaschenwasser, unschlagbar günstig und umweltschonend obendrein.“
— Hubertus Primus, Vorstand der Stiftung Warentest
Ich habe mich über das Leitungswasser in Hanau informiert – und das Ergebnis ist positiv. Die Stadtwerke Hanau betreiben fünf Wasserwerke, die Grundwasser aufbereiten und regelmäßig durch unabhängige Labore prüfen lassen. Das Ergebnis: Hanauer Leitungswasser erfüllt alle Anforderungen der Trinkwasserverordnung – und ist in vielen Fällen sogar mineralstoffreicher als gekauftes Mineralwasser.
Ich persönlich trinke schon seit Jahren Leitungswasser – ursprünglich aus Bequemlichkeit, weil mir das Schleppen der Wasserkisten zu mühsam war. Doch wie sich zeigt, war das auch gesundheitlich und ökologisch die bessere Entscheidung.
Fazit
Die aktuellen Erkenntnisse machen deutlich: In vermeintlich sauberem Flaschenwasser stecken unsichtbare Risiken. Nanoplastik ist längst Teil unseres Alltags – doch wir können bewusst dagegen steuern.
Wer häufiger zum Leitungswasser greift, schützt nicht nur seine Gesundheit, sondern auch die Umwelt:
Weniger Plastik, weniger Energieverbrauch, weniger CO₂-Ausstoß – und mehr Verantwortung für unseren Planeten.
– Dieser Beitrag wurde von Katharina Frolow verfasst –




