Kreativ werden, Farbe bekennen und gemeinsam ein Zeichen setzen: In den letzten Wochen hat „Menschen in Hanau e.V.“ gemeinsam mit den „Omas gegen Rechts“ zu einer besonderen Kunst-Aktion im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus 2026 eingeladen.
Traditionell beteiligt sich der Verein „Menschen in Hanau“ an den Internationalen Wochen gegen Rassismus (IWgR) mit einem Kunstprojekt. Das diesjährige Motto war „100% Menschenwürde. Zusammen gegen Rassismus und Rechtsextremismus“. Unsere Kunst-Aktiven haben daraus eine Printaktion gemacht – nicht gegen etwas, sondern für 100% Vielfalt.
Die IWgR gingen in diesem Jahr vom 16.-29. März. Unsere Kunstaktion lief etwas früher an, damit alle großen und kleinen Künstler*innen genug Zeit hatten, um kreativ zu werden. Das diesjährige Medium – Linol-Druck/ Stempel-Druck. In früheren Projekten wurden Laternen oder Holzfiguren gestaltet. Kreativ wurde es immer.
Unter dem bundesweiten Motto wollten wir sichtbar machen, was uns verbindet. Egal woher wir kommen, wie wir aussehen oder woran wir glauben – wir setzen auf Respekt, Zusammenhalt und Vielfalt.
Der Auftakt: Ideen finden im aQa Grimms JobCafé
Am Freitag, den 27. Februar, fiel der Startschuss. In gemütlicher Runde kamen wir im JobCafé zusammen, um erste Ideen zu sammeln. Es gab eine Einführung in die Kunst des Linolschnitts – eine Technik, die mit ihren klaren Kanten perfekt symbolisiert, dass wir gegen Rassismus „Kante zeigen“. Jede:r Teilnehmer:in erhielt Material und erste Inspirationen.
Die Workshops: Gemeinsames Schnitzen und Gestalten
Im März wurde es handwerklich. Ob im Neustädter Rathaus oder bei der Nachhaltigkeits-Messe im Ajoki – überall wurde konzentriert geschnitzt. Das Schöne dabei: Das Alter spielte keine Rolle. Vom Kind bis zur Seniorin saßen alle an einem Tisch, tauschten sich aus und arbeiteten an ihren Motiven für die Menschenwürde.
Das Finale: Wenn aus Einzelteilen ein Ganzes wird
Zum Abschluss am 27. März kamen alle Fäden – und Linolplatten – wieder im aQa Grimms JobCafé zusammen. Der spannendste Moment: Das gemeinsame Drucken! Erst wenn die Farbe auf die Platte kommt und das Papier abgezogen wird, offenbart sich das Motiv in voller Pracht.
Jedes Bild steht für sich, doch zusammen ergeben sie ein beeindruckendes Gesamtkunstwerk, das die Vielfalt unserer Stadt widerspiegelt.
Der Abschlussabend
Bei der Abschlussveranstaltung im Grimms Jobcafé kamen 20 Teilnehmende der Kunstaktion zusammen. Die „Omas gegen Rechts“ umrahmten die gemeinsame Abschluss-Gestaltung mit musikalischen Anregungen zur aktuellen politischen Lage.
Bis zur Abschlussveranstaltung gingen durch die Unterstützung aller Engagierten Rund 80 gedruckte Blätter ein. Gestempelt und geschnitzt wurde nicht nur zu Hause, sondern auch auf Messen, in Schulklassen, bei besonderen Aktionen und natürlich live bei uns vor Ort.
Es wurde gesprochen, gedruckt und gestaltet. Das Schöne? Es durfte auch mal was daneben gehen – denn glückliche „Unfälle“ können zu den besten Ergebnissen führen. Wenn also nicht immer alles perfekt sein muss, werden kreative Kräfte frei, von denen man zuvor vielleicht gar nichts geahnt hat – und das ganz ohne KI.
Jede Organisation hat eigene Poster gestaltet, aber gemeinsam gab es eine lange Bahn, die gemeinschaftlich bedruckt und besprochen wurde. Aufgrund der unsicheren Lage auf der Welt, waren den Teilnehmenden stärkende Symbole und Worte besonders wichtig.
Eine Teilnehmerin hat das Wort „Vielfalt“ zusammen mit anderen Worten als eines von vielen Puzzleteilen dargestellt. Denn Vielfalt allein reicht nicht – sie existiert bereits. Aber für ein Miteinander braucht es neben der Vielfalt auch Respekt, Gemeinschaft, Inklusion und Zusammenhalt. Vielfalt braucht ein Zuhause in uns und das eigene Zuhause darf und soll für jeden Menschen unterschiedlich aussehen.
Was hat die Menschen bewegt?
Insbesondere Slogans und Schlagworte waren sehr beliebt. „Frieden“, „Freiheit“, „100% Mensch“, „Vielfalt“ wurden zusammen mit Symbolen bunt aufs Papier gebracht. Collagen zeigen, dass es den Beteiligten wichtig war, Zusammenhalt und Gemeinschaft darzustellen. Das Medium wurde von uns deshalb gewählt, weil es groß und klein sofort anwenden können. Keine großen Hürden standen im Weg. Es waren oft einfache Mittel ausreichend, um sein Kunstwerk zu schaffen.
Bei einem Text von den „Omas gegen Rechts“ ging es am Schluss um das „Danke sagen“. Danke an alle, die trotz der schwierigen Zeiten und Unsicherheiten den Werten Vielfalt, Inklusion und Demokratie nicht den Rücken kehren. Zusammenleben kann sehr anstrengend sein, aber es lohnt sich, wenn wir es gemeinsam gestalten.
Ein herzliches Dankeschön
Dieses Projekt wäre nicht möglich gewesen ohne die wunderbare Kooperation mit unserern Hanauer Partner*innen wie, die
- Omas gegen Rechts
- Gemeinwesenarbeit Südlicht
- Hanau Quartierswerkstätten
- Mainterrasse – Tagespflege
- AQA
- Elisabetz-Schmitz-Schule
- Kunterbunt
und natürlich all den engagierten Menschen, die mitgemacht haben. Ihr habt gezeigt: Hanau ist bunt, kreativ und steht für 100 % Menschenwürde!
„Deine Idee zählt. Gemeinsam sind wir ein buntes Kunstwerk für Vielfalt!“ 🌈



















