post-title „Was Worte auslösen können“ – Ein persönlicher Erfahrungsbericht

„Was Worte auslösen können“ – Ein persönlicher Erfahrungsbericht

„Was Worte auslösen können“ – Ein persönlicher Erfahrungsbericht

Ein Mann mit offenem Mund in der Seitenansicht und vielen Buchstaben die herauskommen.

Unser Vereinsmitglied Kathi gibt auf Instagram regelmäßig Einblicke in ihr Leben – ehrlich, nahbar und voller Mut. Ihr jüngster Beitrag spricht ein Thema an, das viele Menschen betrifft, über das aber nur wenige offen sprechen:
Wie verletzend Worte sein können, besonders für Menschen, die aufgrund einer Erkrankung Hilfsmittel verwenden, wie zum Beispiel Rollstühle, Rollatoren oder Blindenstöcke.
Wir möchten diesen wichtigen Beitrag hier gerne mit euch teilen – weil er eine Perspektive sichtbar macht, die nicht oft genug gehört wird.

Wenn ein Wort mehr ist als ein Wort:

„Ich bin jung und benutze aktuell einen Rollator, um sicherer gehen zu können. Krankheiten können in jedem Alter und ohne Vorwarnung auftreten. Ja, ich befinde mich auf dem Weg der Besserung, zum Glück, aber der Kampf wird weitergehen!

Und trotz aller Kämpfe und Bemühungen und Fortschritte, bekomme ich oft das gleiche Wort zu hören: „Oma.“

Wenn das von Freunden im Spaß kommt, kann ich damit umgehen.
Aber wenn Lehrer, Mitschüler oder fremde Erwachsene das sagen, fühlt es sich anders an. Vor allem bei Pädagogen.

Es trifft. Irgendwo, auch wenn man es nicht zeigt. Es löst Gefühle aus. Auch wenn man es gar nicht will.
Und es bleibt hängen.

Viele merken gar nicht, was solche Aussagen mit einem machen können.

Sie können dazu führen,
dass man sich für den eigenen Körper schämt,
dass man sich immer beobachtet fühlt,
dass man sich zurückzieht und weniger rausgeht,
dass man anfängt, an sich zu zweifeln.

Und manchmal geht es weiter:
Manche Menschen verlieren dadurch komplett das Gefühl, wertvoll zu sein.
Manche entwickeln Angst, Depressionen.
Manche sehen irgendwann keinen Ausweg mehr (Thema s*zid). Prävention beginnt auch gerade bei solch ,,kleinen“ dahingesagten Floskeln! Ja, ich kann damit umgehen. Was ist, wenn es die nächste Person aber nicht kann?!

Das ist Realität – auch wenn keiner darüber spricht.

Worte können viel mehr anrichten, als man denkt.

Manchmal reicht ein Spruch, um einen Tag zu zerstören.
Oder ein ganzes Selbstbild.

Humor ist okay.
Aber Respekt ist wichtiger.

Wer Hilfsmittel benutzt, egal ob Rollator, Rollstuhl, Langstock, Hörgerät, CI, kämpft ohnehin schon genug Kämpfe.
Da braucht man keine Zusätzlichen.

Und vielleicht sollten wir uns angewöhnen, nicht zu urteilen und unbedachtes zu sagen –
sondern zu fragen, zu verstehen, zu unterstützen.

Weil Worte verletzen können.
Aber sie können auch heilen.

Bleibt positiv miteinander und macht keine unbedachten Aussagen.

Was für den einen nur ,,Witz“ ist, kann für die andere Person der Anfang vom Ende bedeuten!“

Kathi

Ein Appell an uns alle

Unsere Worte haben viele Kraft und können sowohl verletzen als auch heilen.
Wir danken Kathi für diese wichtige Erinnerung und den Appell an mehr Achtsamkeit im Umgang miteinander.
Durch das Teilen solcher Erfahrungen hoffen wir mehr Bewusstsein für individuelle Erfahrungen zu schaffen – und vielleicht ein bisschen mehr Empathie in unseren gemeinsamen Alltag zu bringen.

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