Die Zustimmung zum Klimaschutz sinkt. Die Mehrheit der Deutschen hält die Energiewende weiterhin für richtig. Gleichzeitig wächst die aber Sorge vor den Kosten. Viele fragen sich, wer den Umbau bezahlen soll. Diese Sorge ist verständlich. Klimaschutz kostet Geld.
Aber auch der Klimawandel kostet Geld – und zwar immer mehr. Dürre, Hochwasser, extreme Hitze, Ernteausfälle und Schäden an Straßen, Gebäuden und Infrastruktur müssen bezahlt werden. Die Kosten tragen am Ende wir alle: Unternehmen, Versicherungen, Kommunen und der Staat. Deshalb ist die entscheidende Frage nicht, ob der Klimawandel teuer wird. Er ist es bereits. Die Frage ist:
Was ist am Ende teurer?
Immer wieder mit Lappen und Eimer das Wasser aufzuwischen, während der Wasserhahn weiterläuft? Oder den Wasserhahn abzudrehen?

Ich lese gerade das Buch „Männer, die die Welt verbrennen“ von Christian Stöcker. Das Buch zeigt sehr deutlich, wie seit Jahrzehnten versucht wird, den notwendigen Wandel zu bremsen. Gleichzeitig wird beschrieben, wie viele Entwicklungen, vor denen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler seit Jahren warnen, inzwischen Realität werden: mehr Hitze, Dürren, Starkregen, Überschwemmungen und andere extreme Wetterereignisse. Wir können davor nicht mehr die Augen verschließen.

Die Menschen lehnen Klimaschutz nicht grundsätzlich ab. Viele wollen Veränderung. Sie wollen aber wissen, wie sie bezahlt werden soll und ob sie sich diese Veränderung leisten können. Darauf muss die Politik Antworten geben. Wir brauchen einen klaren und verlässlichen Weg.
Einen Weg, der Menschen und Unternehmen mitnimmt, soziale Härten verhindert und gleichzeitig ehrlich sagt: Auch Nichtstun hat enorme Kosten. Was mir deshalb fehlt, ist ein klares Signal der Bundesregierung:
Ja, der Wandel kostet Geld. Aber wir gehen ihn trotzdem weiter.
Denn wir können nicht darüber entscheiden, ob die physikalischen Folgen des Klimawandels eintreten. Wir können nur entscheiden, wie wir damit umgehen. Die bisherigen Schritte für Klimaschutz und Energiewende waren deshalb im Grundsatz richtig. Einzelne Maßnahmen dürfen und müssen verbessert werden. Aber zurück zu alten Mustern ist keine Lösung.
Deshalb: Lasst euch nicht entmutigen.
Der Weg ist schwierig. Aber Umkehren ist keine Option.



