Am 20. März war der 2013 von der UNO eingeführte „Welttag des Glücks“. Dieser Tag, der durch die Initiative des Staates Bhutan entstand, soll daran erinnern, dass Glück mehr ist als materieller Wohlstand. In vielen Staaten werden die Menschen inzwischen nach ihrer Zufriedenheit befragt, dem sogenannten „Bruttonationalglück“.
„Glück“ ist inzwischen aber auch in einigen Bundesländern Unterrichtsfach und die sogenannte „positive Psychologie“ sucht therapeutische Wege, Menschen den Weg zum Glück zu ermöglichen.
Anlässe genug für die „Philosophische Stunde“ von Menschen in Hanau sich mit dem Thema aus philosophischer Sicht zu beschäftigen. Am 13. März fand diese nun zum dritten Mal unter Leitung des Philosophiedozenten Joachim Volke statt. 14 Interessierte tauschten im AJOKI in ungezwungener Atmosphäre ihre Gedanken zum Glück aus.
Was verstehen wir unter Glück?
Alle Teilnehmenden äußerten zunächst ihre Unsicherheit, eigentlich nicht so genau sagen zu können, was sie unter Glück verstehen. Gleichwohl ist die Suche nach Glück wichtiger Lebensinhalt. Anhand von einigen Fragen und philosophischen Zitaten, die Joachim vorbereitet hatte, entwickelten die Diskutanten tiefschürfende Gedanken zu diesem Thema.
So wurde schnell klar, dass man das Zufallsglück von einem kurzfristigen Hochgefühl und der Suche nach dem bloßen Wohlbefinden unterscheiden muss. Besteht das Glück also nur in einem oft wiederkehrenden positiven Erlebnisgefühl? Machen Shoppen, Reisen und Genuss wirklich glücklich? Da kamen schnell Zweifel auf. Eher, so die Teilnehmenden, erscheinen uns gewisse Lebensabschnitte als glücklich.
Gesellschaftliche Rollenerwartungen und Glück – passt das zusammen?
Kritisch und sehr engagiert wendete eine Teilnehmerin ein, das aber Glück doch häufig gar nicht von uns bestimmt werde. Die Gesellschaft, die uns umgebenden Menschen, zwingen uns doch in gewisse Rollen, von denen alle glauben, dass sie glücklich machten. Als Beispiel berichtete sie aus ihrer Erfahrung, dass junge Frauen heute häufig unter dem Druck anderer ständen, mehrere Kinder haben zu müssen, um glücklich zu sein. Über diesen Punkt wurde intensiv gesprochen und diskutiert. Soll man Glück also ganz allein suchen? Aber das sei doch sehr schwer zu erreichen, da wir ohne andere Menschen, die mit uns in Beziehung stehen, schwerlich zu unserem Glück finden.
Einig war man sich darin, dass wir nicht in eine Rolle gezwungen werden dürfen. Die Anderen aber wichtig für unser Glück sind, wenn sie uns als Person achten, anerkennen und unterstützen.
Ein intensiver Austausch
Die Teilnehmenden waren so in ihre Gedanken und den Austausch vertieft, dass sie gar nicht bemerkten, dass die ursprünglich geplante Zeit für die „Philosophische Stunde“ schon lange überschritten war. „Glücklich“ war man darüber, dass man im Gespräch viele Gedanken entwickeln konnte und ein bisschen mehr Klarheit über das gar nicht so einfach zu benennende „Glück“ bekommen hatte.
Vielen Dank an Joachim für sein Engagement und an alle Teilnehmenden für die aufschlussreiche Diskussion!